Was für ein Jahr! Ein grosser DANK, ein Rückblick und ein Ausblick

Es ist kaum möglich einen gesamten Jahresrückblick auf dieses unglaubliche Jahr in wenigen Zeilen zusammenzufassen. Daher möchte ich vorab ein grosses DANKE aussprechen, an alle, die mich auf diesem ambitionierten und lehrreichen Weg durch das Jahr 2019 begleitet und unterstützt haben. Ohne den Rückhalt meines Umfelds, meiner Familie und meiner Teamkameraden in den verschiedenen Vereinen und Verbänden, wäre es unmöglich, dass ich meinen Traum vom Leben im Spitzensport leben kann. Daher: DANKE!!!

Als Einstieg wäre es naheliegend festzustellen, dass es das erste ganze Jahr war, in dem mein Hauptwohnsitz im Deutschen Freiburg beim Olympiastützpunkt war. Doch bei näherer Betrachtung meines Jahresrückblicks fällt mir auf, dass ich die wenigste Zeit dort verbracht habe.  Mein Sportjahr 2019 lässt sich in verschiedene Phasen aufteilen, die mich alle sehr gefordert und weitergebracht haben. 

 

Jahresauftakt und Teilnahme an internationalen Turnieren

Mit dem traditionellen Jahresauftakt des Swiss Wrestling Kaders ging auch das Jahr 2019 in Tenero los. Vom ersten Tag an hatte ich mir zum Ziel gesetzt, mein Saisonhighlight - die Youth Olympic Games in Baku - anzuvisieren. Zum damaligen Zeitpunkt stand die Qualifikation noch in den Sternen und es war keineswegs sicher, dass sich mein Traum von der Teilnahme an diesem internationalen Grossanlass erfüllen würde. Mein Wettkampfplan war eng gefüllt, um möglichst viele Chancen zu nutzen, die Qualifikationsnorm zu erreichen und bei Swiss Olympic positiven Eindruck zu hinterlassen. Bei meinen Einsätzen in Martigny, Wolfurt, Zell, Schmitten, Tallin, Los Alcazares, Hornberg und beim Brandenburg Cup konnte ich das ein oder andere gute Ergebnis erringen. Egal ob mit Medaille um den Hals oder ohne: An Erfahrung habe ich immer gewonnen. Das war in diesem Jahr weit mehr als nur eine Floskel, sondern eine spürbare Entwicklung, das ich vor Wettkämpfen immer sicherer wurde und auch das Vertrauen in meine Fähigkeiten auf der Matte wuchs. 

 

Schweizermeisterschaft

Anfang Mai stand der nationale Saisonhöhepunkt auf dem Programm. Bei den Schweizermeisterschaften in Einsiedeln konnte ich mich gegen die nationale Konkurrenz durchsetzen und mich am Ende über den Schweizermeistertitel freuen.  

 

Trainingslager in der Schweiz, in Deutschland und Italien

Nach den Schweizermeisterschaften folgt zunächst der oben bereits erwähnte Brandenburg Cup in Deutschland und daraufhin das 3T in Tenero, ein Sommertrainingslager in Willisau und ein Trainingslager in Scaela, Italien. Dort, in der Hitze Italiens, erreichte mich Anfang Juli die lang ersehnte Nachricht...

 

Qualifikation und Teilnahme an den Youth Olympic Games in Baku

Die Qualifikation für die Youth Olympic Games in Baku war geschafft! Gerade einmal zwei Wochen vor dem Grossanlass hatte ich damit die Gewissheit, dass ich meinen sportlichen Höhepunkt im Jahr 2019 erleben würde. Es folgten zwei intensive Wochen der Vorbereitung, in denen ich versuchte körperlich und mental alles aus mir herauszuholen. Bereits die Kick-Off-Veranstaltung bei Swiss Olympic in Bern brachte mir einige Hühnerhaut-Momente, da ich das erste Mal in meiner noch jungen Sportlerkarriere einen Hauch von Olympia am eigenen Leib spüren durfte. Getoppt wurde die Vorfreude dann nur noch von der Opening Ceremony in Baku. Zusammen mit der ganzen sportartenübergreifenden Swiss Olympic Delegation ein einmaliges Erlebnis. Aus sportlicher Sicht verlief dieser erste internationale Grossanlass für mich weniger erfolgreich. Zwar konnte ich in meinem ersten Kampf die zwischenzeitliche Führung erkämpfen, musste mich am Ende aber geschlagen geben, so dass mein Turnier recht schnell beendet war. Doch die Erfahrung und meine Dankbarkeit für dieses Erlebnis sind nachhaltig und ich bin dadurch mehr denn je motiviert, weiterhin für möglichst viele olympische Momente in meiner Karriere zu kämpfen.

 

Urban Wrestling Challenge im Gasteinsatz für die WAB

Von der grossen internationalen Sportbühne, zurück an die Basis des Ringsports. In Bern fand die jüngste Club-Neugründung in der Schweizer Ringsportszene statt. Die Wrestling Academy Bern ist gleichzeitig auch Partnerverein meines Heimatvereins der RS Sense. Bei einem ersten Leistungstest und Show-Match gegen den Zürcher Ringclub im August, durfte auch ich im Rahmen eines Gasteinsatzes einen kleinen Teil zum klaren Berner Erfolg beitragen. Dieses Erlebnis hat mir einmal mehr gezeigt, was meinen Sport ausmacht: Die grosse Sportbühne auf der einen Seite, aber auch das bodenständige, gemeinsame Miteinander - immer mit dem gleichen Kern: Mann gegen Mann. 

 

Debut in der 1. Mannschaft meines Heimatvereins der RS Sense

Ringer werden gemeinhin als Einzelsportler wahrgenommen. Das die Schweizer Mannschaftsmeisterschaft jedoch zurecht ihren Namen trägt, durfte ich in diesem Jahr erstmals als Teil der Aktivmannschaft der RS Sense machen. Ein bewegender und grosser Moment für mich. Seit meinen frühen Kindertagen trainiere und lebe ich mit der Ringerstaffel Sense. Nun vom Trainerteam und den Mannschaftskollegen das Vertrauen geschenkt zu bekommen, im Wettkampf etablierten Mannschaften aus der Schweiz teilzunehmen, war und ist eine ganz besondere Ehre für mich. Entsprechend motiviert konnte ich im untersten Gewicht auch durch die ganze Saison hinweg gute Leistungen abrufen. In der Hinrunde, die ich im Freistil kämpfen durfte noch etwas sicherer als in der Rückrunde im Greco, wo ich einige Punkte abgeben musst und meine Siegesserie aus der Hinrunde abreissen lassen musste. Nach einer erfolgreichen Saison für die RS Sense, in der es zwischenzeitlich auch einmal ganz kurz nach einer Medaille roch, blicke ich positiv zurück. Seite an Seite mit meinem Vater und meinem langjährigen Kinder- und Jugendtrainer Pascal Jungo in einer Mannschaftsaufstellung zu stehen war ein Erlebnis, das ich ganz sicher nie vergessen werde - egal wie weit hinaus in die Welt mich der Sport noch trägt. 

 

Der Blick nach vorne...

Ein Jahr endet, ein anderes beginnt. In wenigen Tagen steht bereits der Jahreskickoff in Tenero mit dem Nationalkader an. Es geht nun in ein olympisches Jahr. Als Mitglied des Swiss Wrestling Kaders fiebern wir alle auch mit unserem Olympia-Qualifikanten Stefan Reichmuth mit, der sich in diesem Jahr in Tokio mit den besten der Welt messen darf. Über meinen persönlichen Jahresplan und meine Wettkampfhighlights werde ich in Kürze informieren. 

 

Zum Abschluss nochmals ein grosses DANKE an alle, die mich auf meinem Weg unterstützen. Meinen Sponsoren, für den finanziellen Beitrag und meiner Familie, meinem Verein, meinen Freunden und Wegbegleitern in der Schweiz und in Deutschland für den unbezahlbaren Support. Danke!

 

 

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